Weltmeisterschaft Chengdu (CN) – die Anreise und der Empfang

Vom 03. November bis 13. November waren Dominik und Mario als Teil der deutschen Nationalmannschaft bei den ersten UCI Urban World Championships in China zu Gast. Die Reise wurde schon lange im Voraus von einer professionellen Agentur geplant.

Der A380 nach Shanghai

So traf man sich am 3. November gegen Abend in Frankfurt am Flughafen, um gemeinsam mit der Delegation nach China zu reisen. Schon hier war der Ablauf anders als gewohnt: man erhielt erstmal das schon Monate im Voraus beantragte Visum, um überhaupt in die Volksrepublik China einreisen zu dürfen. 

Nachdem man den Airbus A380 geboardet hatte (das Teil ist echt groß), ging die Reise los: zunächst stand ein 12h langer Flug nach Shanghai Pudong auf dem Plan. Man staunte nicht schlecht, als es um ca. 01:00 Uhr deutscher Zeit plötzlich draußen hell wurde und es Morgen war. Gegen Nachmittag war dann Ankunft in Shanghai und dann direkt Umstieg in den nächsten Flug nach Chengdu. Schon hier merkte man, das China nicht das grenzoffene Land von nebenan ist: man musste zunächst einen Immigrationsprozess durchmachen, bei dem das Visum geprüft und Bilder aufgenommen wurden. Anschließend wurde schnell klar, dass das Personal mit den Fahrrädern von knapp 25 aktiven Sportlern maßlos überfordert waren. Die Umsteigezeit wurde immer knapper und man erreichte nur mit Mühe und Not den nächsten Flieger. Dieser war das Krasse Gegenteil des Lufthansa Fluges: die Maschine war ein älterer Airbus A320 mit rotem Teppichboden. Hier nahm man schon die ersten ungewohnten Gerüche wahr (Hühnerfüße in Kombination mit nicht näher erkennbaren Wurzeln, die fleißig abgenagt wurden). Nach weiteren 3,5h Flug erreichte man schlussendlich den Flughafen von Chengdu, und wunderte sich über das schlechte „Wetter“. Inzwischen war es Abend geworden (obwohl eigentlich erst Vormittag war).

Terminal des Flughafen Chengdu bei der Ankunft

Im Terminal wurden wir dann freudig von Freiwilligen Helfern des Wettkampfes empfangen. Diese zeigten uns die Busse, die uns zum Hotel bringen. Die Busfahrt war schon der erste Kulturschock: der Verkehr war unglaublich, jeder fuhr gefühlt wie er wollte, man sah von völlig überladenen LKWs über Roller ohne Helm bis umgekippten LKW im Graben alles (wenn nicht gerade wieder die Augen aus Reflex über das permanente gehupe zugingen).

Während der Busfahrt merkte man schnell, dass es doch sehr anders ist, wenn ein Land 1,3 Milliarden Einwohner hat. So weit man blicken konnte standen in alle Richtungen nur Wohnhochhäuser. Ganz nebenbei passierten wir mit dem Global Center Chengdu noch das größte Gebäude der Welt.

Nach einer dreiviertel Stunde Fahrt waren wir dann am Hotel. Alle freuten sich, gleich Kontakt in die Heimat aufnehmen zu können…dachten wir zumindest. Bei der Ankunft stellte sich dann erst einmal heraus, dass sämtliche nicht-chinesischen Netzwerke und Seiten gesperrt waren. Für dieses Problem fanden alle zusammen dann aber im Laufe das Abends eine nun nicht weiter ausgeführte Lösung.

Angekommen am Hotel (es war dunkel, sah aber in etwa so aus), bot sich einem dann folgendes Bild:

Longemont Hotel Chengdu

Das Hotel war ein 45-stöckiges Glashochhaus direkt neben dem Ostbahnhof von Chengdu. Es war erst vor kurzem gebaut worden, was man an verschiedenen Stellen merkte. Nachdem man ausgiebig zu Abend gegessen hat (Reis-Nudeln-Sojasauce), erkundete man das Hotel. Unter anderem entdeckten wir dann im 42. Stock die sogenannte Skyline, eine Bar mit Panoramaterrasse (im Bild rechts oben wo die Bäume sind). Von dort bot sich bei Nacht ein unglaublicher Ausblick:

Blick von der Skyline Terrasse Richtung Osten

So ließ man dann gemütlich den Abend ausklingen, und gab dem Körper dann bei einem langen Schlaf Gelegenheit, sich ein wenig vom Jetlag zu erholen.

Während des Tages fiel einem schon auf, dass hier ein anderer Nebel in der Luft war, als das bei uns der Fall ist. Als wir dann die ersten Menschen mit Mundschutz auf der Straße sahen, bestätigte sich unser Eindruck: es herrschte eine heftige Smog-Wetterlage. Wenn man es nicht selbst gesehen hat, kann man sich die Luftverschmutzung nicht vorstellen. Es hing eine ständige Dunstglocke über der Stadt, die einem das Atmen erschwerte und keine Sonnenstrahlen oder ähnliches mehr durchließ.

Smog über Chengdu

Interessantes Nebenwissen zum Smog: In China starben 2016 mehr als 18.000.000 Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung, die Regierung tut aber immer noch alles dafür (Verbote von Masken in Schulen, zerschlagen von Demonstrationen), um dieses Problem zu vertuschen.