Weltmeitsterschaft Chengdu (CN) – Eindrücke aus dem chinesischen Alltag

Nachdem also das Hotel bezogen wurde und sich alle gehörig ausgeschlafen hatten, brach man auf, um China zu erkunden. Kurzerhand mietete sich die deutsche Mannschaft einen Bus, um gemeinsam zum Wettkamfgelände zu fahren. Auf der Fahrt dorthin sah man allerlei Dinge: von überladenen Rigschas über ins nichts führende Autobahnbrücken bis hin zu einem absoluten Rollerchaos sah man alles. Eines fiel jedoch direkt auf: Chengdu war eine Stadt der deutlichen Kontraste. Es hab Armensiedlungen, die höchstwahrscheinlich beim nächsten Erdbeben kollabieren, die direkt vor verglasten Bankpalästen standen.

Eine wohlhabende Gegend in Chengdu

Als man das Wettkampfgelände erreicht hatte, machte sich schnell Enttäuschung breit: Der Park, in dem die Wettkämpfe stattfinden sollten, war noch komplett blickdicht abgeriegelt, somit fiel der Plan, die Sektionen anzuschauen, ins Wasser. Somit entschied sich die Mannschaft kurzerhand, einmal um den Park zu laufen und danach noch eine „Einkaufsstraße“ zu besichtigen, welche auf der Anfahrt gesehen wurde. Dort gab es traditionelle chinesische Geschäfte, in denen viele verschiedene Sachen angeboten wurden. Angefangen hat dann alles ganz harmlos mit Gemüse und Obst, es gab jedoch auch Geschäfte, in denen man lebende Riesenkröten, Hühner in allen Farben sowie bei 25 Grad im Smog gereiftes Fleisch kaufen konnte. Den Höhepunkt erlebten einige Fahrer in einer Seitenstraße, wo doch tatsächlich vor ihren Augen ein Hund geschlachtet wurde.

Nachdem man das alles überlebt hatte, ging es wieder zurück in das Hotel. Immerhin hing den meisten Leuten immer noch das Jetlag nach. 

Ein weiteres Highlight dann am nächsten Tag war der Besuch in der Chengdu International Research Base for Giant Panda Breeding. Dies ist der einzige Zoo (eigentlich eine Zuchtstation) der Welt, der ausschließlich Pandas beherbergt, und das in großer Zahl. Der Zoo war am nordöstlichen Rand der Metropole angesiedelt. Wichtig zu wissen ist in diesem Kontext, dass Pandas (so wie Trialer nach den Wettkämpfen) nachtaktiv sind und somit tagsüber schlafen. Somit mussten wir früh morgens in den Zoo, und konnten dann bei der Fütterung zuschauen.

Ein Panda beim Frühstück (oder sollte man es Abendessen nennen?)

Generell weißen die Pandas deutliche Parallelen zum durchschnittlichen Deutschen auf: das Leben besteht aus Essen und rumliegen:

Ein Panda beim schlafen

Der Besuch machte allen sehr viel Spaß und es war vor allem schön zu sehen, dass es in der Umgebung der Metropole doch noch ein Fleckchen Natur gibt, an dem die Welt noch in Ordnung ist.

Am dritten Tag dann konnte man das erste mal seit der Ankunft ein wenig Sonne sehen.

Blick aus dem Hotelzimmer bei „Schönwetterlage“

Deshalb entschloss man sich kurzerhand, ein wenig die Stadt zu erkunden. Da einem in der Stadt gefühlt niemand versteht, war es wichtig, eine Visitenkarte vom Hotel mitzunehmen, damit man später wieder sicher nach Hause kommt. In Downtown Chengdu geht es zu, wie man es aus Filmen kennt: überall Autos, Hupen, Menschen und Dunst.

Tianfu Square Downton Chengdu

Ein Besuch in der Altstadt durfte natürlich auch nicht fehlen. Die Altstadt bestand aus kleinen Holzhäusern, und war geradezu überlaufen:

Altstadt Chengdu

Auch gab es hier wieder die gewohnten Essenstände, an denen man lokale Spezialitäten kaufen konnte. Allerdings zogen wir auch dieses Mal das Essen im Hotel vor:

Hühnerfüße, Schweineschwänze, Schweineköpfe, Gansköpfe und Garnelen waren nur einige der angebotenen Sachen

Dies sollte dann der vorerst letzte Ausflug sein, da am Mittwoch bereits mit dem Teamwettkampf die Wettkämpfe begannen und somit auch die lockere Stimmung aller Fahrer langsam ernster wurde.