Meisterfeier in Münstertal

Wenn jemand einen Weltmeistertitel nach Hause holt und die Reaktion darauf ein neckendes „Ja nee jetz’, scho’ wieder?“ ist, kann es sich dabei nur um Münchweiers Ausnahme-Trialer Dominik Oswald handeln. Zum dritten Mal in Folge wurde er Europa- und zum zweiten Mal in Folge Weltmeister im Fahrrad-Trial in seiner Altersklasse. Mit 80 Gästen aus nah und fern feierte der 18jährige Athlet am Wochenende seine Weltmeisterparty im Clubheim Münchweier.

Weltmeisterfeier

Dominik Oswald freut sich über sein neues Gefährt mit Sattel, v.L.n.R.: Uwe Herr, Dominik Oswald, Harald Weber, Rita Ohnemus, Timo Sutterer

Dominik Oswald steht nicht nur mit beiden Beinen, sondern auch mit beiden Rädern voll im Leben. Der frischgebackene Weltmeister seiner Altersklasse in Andorra kann auf eine beeindruckende Sporterfolgsliste zurückblicken: Weltmeistertitel der Junioren im 20-Zoll-Trial, 3. Platz beim 26-Zoll-Trial in Lillehammer/Norwegen, Europameistertitel in Polen, Deutscher Meister in Neuburg, Deutscher Mannschaftsmeister in Neuburg, Süddeutscher Elite-Meister in Dossenheim und Elite-Meister in Ölbronn. Und das war „nur“ 2014. Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Andorra waren Dominik Oswald und Nils Mattmüller erneut für den MSC Münstertal gestartet. Mattmüller hatte knapp die Qualifikation zum Finale der Junioren verpasst während Oswald den Weltmeistertitel erfahren hatte.

Trainer, Betreuer und Vorsitzender der Trial-Gruppe Uwe Herr, der zweifelsohne einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg seines Schützlings geleistet hatte, tut sich nach so vielen Erfolgen inzwischen schwer, Jahr für Jahr neue Lobesworte zu finden: „Ich kann mich noch erinnern wie er als kleiner Steppke vor elf Jahren hier angefangen hat. Wir sind seit Jahren nur noch am Staunen und ich weiß gar nicht mehr was ich noch sagen soll.“ Aus dem Nähkästchen plauderte Herr aber trotzdem und erzählte besonders gern die neckische Geschichte von dem Tag, als Dominik den Weltmeistertitel heimbrachte: „Ich hab ihm gesagt, ob er eigentlich weiß wie wahnsinnig toll das alles ist, was er erreicht hat. „Was soll ich denn machen, wenn die andern nix drauf haben?“ hat Dominik dann gescherzt.“

Auch laut Ortsvorsteherin Rita Ohnemus könne sich dieser Erfolg sehen lassen: „Dominik hat trotz Mehrfachbelastung durch Ausbildung, Freunde und Privatleben diese beachtliche Leistung erreicht und 2015 zu einer weiteren erfolgreichen Saison für seinen Verein und damit auch für unseren Ort gemacht.“ MSC-Vorsitzender Harald Weber ging noch einen Schritt weiter und nannte Dominik stolz „unseren Weltmeister.“

Der alte und neue Weltmeister Dominik Oswald dankte bescheiden für die überschwänglichen Lobesworte und spendete das kleine Bike, das er in Andorra als Preis gewonnen hatte, der Vereinsjugend: „Ich danke vor allem meinen Eltern, meinem Trainer, meinen Freunden und dem ganzen Ort für die tolle Unterstützung. Ohne euch alle wäre ich nie so weit gekommen.“