WorldCup Sieg für Dominik Oswald

Dominik Oswald auf dem Siegerpodest (© Marco Patrizi)

Am vergangenen Wochenende fand in Berlin der Endlauf zum UCI Trials WorldCup 2018 statt. Nachdem Dominik Oswald diese Saison etwas Startschwierigkeiten hatte, ging es hier ganz hoch hinaus…

Am 13. und 14. Oktober luden die Freunde von Berlin Trials zum UCI Trials WorldCup Finale 2018 in die Hangarhallen des Flughafen Tempelhof. Schon die lage ließ im Voraus auf ein gutes Event hoffen. Vom MSC Münstertal machten sich gleich vier Fahrer auf den Weg nach Berlin.

Der Anreisetag

Nach einer langen Autofahrt erreichten die Fahrer am späten Freitag Nachmittag Berlin. Während Dominik teil des offiziellen Empfangs des Berliner Senats sein durfte, machten sich Mario, Nils und Kai auf dem Weg zum Tempelhofer Flughafen, um die Sektionen anzuschauen. Die Begeisterung ließ nicht lange auf sich warten:

Die Arena von der Tribüne gesehen

Die Berliner haben eine unglaubliche Kulisse geschaffen. Die Sektionen waren sehr liebevoll und auch im richtigen Schwierigkeitsgrad gesteckt. Es war der erste Indoor WorldCup für die Fahrer des MSC. Nach dem Sektionen besichtigen nutzte Mario das sommerliche Wetter, um mitten auf dem Tempelhofer Feld in der Warmup Area II zu trainieren und so den letzten Schliff für das Viertelfinale am Samstag zu tätigen.

Außenansicht des Tempelhofer Flughafen mit einem Rosinenbomber der Luftbrücke

Auf geht’s ins Viertelfinale

Am Samstag war dann zunächst Mario mit dem Viertelfinale an der Reihe. Start war um 11 Uhr und Mario hatte eine sehr anspruchsvolle Gruppe erwischt. Er ließ sich davon aber nicht beeindrucken, und schaffte es trotz einem Sturz und mehreren Patzern sich mit 10 Punkten Vorsprung als zweiter ins Halbfinale zu qualifizieren.

Mario Weidler im Viertelfinale bei einer absolut sicheren Null (© Marco Patrizi)

Gegen Nachmittag waren dann Kai Hatt und Nils Mattmüller mit den 20″ Bikes am Start. Für Kai war dies erst der dritte WeltCup. Er fuhr einen konzentrierten Wettkampf und konnte mehrere Sektionen mit Bravur meistern. Dies ist in Anbetracht der Tatsache, dass hier die schwersten Sektionen seit 3 Jahren gesteckt wurden, eine super Leistung. Am Ende wurde er dann 41.
Bei Nils lief es nicht ganz so gut, er fand nicht in den Wettkampf. Dennoch zeigte er einige schöne Aktionen und konnte sich somit den 52. Platz sichern.

Das Halbfinale ruft

Auch beim Halbfinale am Sonntag war Mario wieder als erstes an der Reihe. Der Start ins 26″ Halbfinale war bereits auf 09:00 Uhr angesetzt. Abzüglich einer Stunde Warmup und 30min Sektionsbegehung bedeutete das für Mario, im dunkeln mit der Berliner U-Bahn durch Kreuzberg zum Wettkampf zu fahren, ein nicht ganz alltägliches Erlebnis. Die Sektionen wurden extremst verschärft. Mario konnte ein Paar schöne Aktionen zeigen, schaffte es aber leider durch keine Sektion bis ins Ziel. Dennoch war er sehr zufrieden mit seinem Ergebnis, da es das erste WeltCup Halbfinale seit mehr als einem Jahr für ihn war.

Direkt danach startete Dominik (durch seine Top 10 bzw Top 5 bzw Top 2 Platzierung schon vorqualifiziert) ins Halbfinale. Er fuhr einen sehr präzisen und konzentrierten Wettkampf, und konnte sich als zweiter für das große Finale qualifizieren. Hier muss man sich vor Augen halten, dass bei einer Spanne von 5-10 Punkten der Finalisten jedes noch so kleine Zucken das Aus bedeuten kann.

Showdown im Finale – Krieg der Nerven

Um 17:00 Uhr startete das 20″ Finale. Mittlerweile hatten sich schon gut 2000 Zuschauer auf den Tribünen und um die Sektionen versammelt und der Hangar kochte förmlich. Auch diverse Zeitungen sowie das RBB Fernsehen waren mit von der Partie. Vom MSC Münstertal waren unter anderem auch Trial Vorstand Markus Kirner angereist, um sich dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen.
Dominik startete gewohnt stark in den Wettkampf. Die Spannung war groß: ein deutscher WeltCup, deutsches Publikum und die realistische Chance auf den Sieg. Dominik wusste das, ließ sich davon aber nicht beeindrucken. Was er auch wusste war, dass ihn in den Sektionen mehrere Kicker erwarten (zu wissen: dies gilt als die einzige Schwäche von Dominik). Er biss sich durch eine Sektion nach der anderen. In Sektion 3 war direkt am Ende ein rießiger Einhängerstein mit Kicker. Dominik brauchte unter tosendem Beifall zwei Versuche zum antasten, und meisterte den Stein mit Bravur. Schon hier sagte der Moderator, dass dies möglicherweise die Entscheidung war (nachdem Showmacher Alejandro Montalvo die Betonröhrensektion so schnell und einfach durchfahren wollte dass er das letzte Tor an einer 30cm hohen Röhre überschwenkte und somit 5 Punkte kassierte). Dominik und Alejandro battelten sich hier bereits quasi außer Konkurrenz.
Die vorletzte Sektion beinhaltete einen gut 2m hohen Praller über einen Kicker. Dies war zu viel. Dominik musste sich diesem Hindernis geschlagen geben. Nun hing alles an der letzten Sektion (nachdem Alejandro die vorletzte Sektion locker schaffte). Dominik musste nun vorlegen. Er fuhr sehr sehr konzentriert und sauber ohne Fehler durch die Sektion. Jeder wusste, Alejandro muss nun einen Punkt oder mehr machen. Doch auch Alejandro stand mit null Fehlern vor dem letzten Hindernis. Nun war die Zeit schon abgelaufen, und er fuhr unter Druck falsch an. Dadurch überschwenkte er das letzte Tor, was Domi den verdienten Sieg bescherte.
Durch diesen ersten Platz konnte Domink sich in der Gesamtwertung von Platz 6 auf Platz 2 schieben.

Dies war das Ende der Weltcup Saison. Für Dominik und Nils geht es in gut drei Wochen bei der Weltmeisterschaft in China um alles. Dominik weiß nun, das alles möglich ist. Wir sind sehr gespannt und wünschen ihm alles gute in China!!!